Maler
Skulpturen
Keramik/Ton

Horst-Hagen Rath

Esther Clodius

Horst-Hagen Rath Ölbilder 2000-2004

Motive der groß angelegten Formate sind Tod, Sexualität und Religion. Zitiert werden die alten Meister in Anmutung und Farbgebung und damit jene Sinndimension beschworen, die der Modernen versagt ist. Die Versenkung ins Gegenständliche vermag aus dieser nicht mehr jenen Sinn zur Darstellung zu bringen, der die Sinnhaftigkeit von Welt als Voraussetzung hat.

Nicht die Gegenstände selbst, sondern ihre Konstellation lösen die Konkretion des Dinglichen zugunsten einer nur möglichen Sinndimension auf. Versuch oder Spiel, Maskerade und Ritualisierung sind Bewältigungsstrategien der agierenden Figuren. Das Faktische, seiner klassifikatorischen Ordnung beraubt, wird der Kontingenz preisgegeben.

In der minutiös ausgeführten Malweise, folgt Horst-Hagen Rath seinem Lehrer Rudolf Hausner, der zur Wiener Schule des Phantastischen Realismus gehörend, diesen international bekannt machte. In den Bildern Hausners wird jeder mögliche Bruch zwischen einer realen Dingwelt und den phantastischen Bereichen verschleiert. Dies wurzelt in einer rationalen Subjektivität, die den Schaffensprozess der Kontrolle der Vernunft unterwirft. Gegen die zweckrationalistische Besetzung der Dinge setzt Hausner das Ästhetische. Die Freiheit, den Dingen in der Imagination nachzusinnen ist eine Freiheit der Distanz und der Herrschaft zugleich. Jene ermöglicht die Schaffung einer Welt nach eigenen Formgesetzen. In diesen konvergiert Kunst mit dem Wirklichen. Dieser Besetzung des Phantastischen durch das Rationale entziehen sich die Werke von Horst-Hagen Rath. Das Mögliche liegt nicht im Wirklichen, sondern umgekehrt das Wirkliche im Möglichen. Das Wirkliche wird dem Möglichen ausgesetzt und zeigt allenthalben seine Brüchigkeit. Dies gilt für Ideen wie für Artefakte.

Jene Brüchigkeit beruht auf der Entkopplung von Zeit und Geschehen. Mit dieser Entkopplung zerfällt die Untrennbarkeit von Ereignis und Sinn. Das Vergangene ist nicht länger konstitutiv für das Zukünftige. Die Aktualisierung des Vergangenen im Gegenwärtigen ist so nicht nur möglich, sondern geboten, denn in jeder Gegenwart muß neu begonnen werden, wenn das Vergangene nicht als Erfahrungsbestand für das Gegenwärtige fungiert und sich das Zukünftige noch der gröbsten Prognose entzieht. Sinnimmuner Zeit ist es gleichgültig, ob sie mit Barbarei oder Erlösung einhergeht. Diesem Tatbestand sucht das künstlerische Schaffen Horst-Hagen Raths Ausdruck zu verleihen.


Horst-Hagen Rath Maler und Bildhauer Horst-Hagen Rath
Eichenstraße 12
21271 Asendorf

E-Mail: horst-hagen.rath@t-online.de
Telefon: 04183 5219

Website: artoe.de

Öffnungszeiten

Heidekultour 11.00 -17.00 Uhr

Auszüge aus den Arbeiten